„Wir können nicht wirklich sehen, weil wir schon Meinungen darüber haben, was wir sehen.“ Jiddu Krishnamurti
Es gibt Jahre, die erzählen sich nicht in Erfolgen, Zahlen oder Meilensteinen.
Sie erzählen sich in inneren Bewegungen.
In Fragen, die leise beginnen.
In Momenten der Erschöpfung – aber auch in jenen Augenblicken, in denen plötzlich wieder Licht durch eine Wolkenlücke fällt.
2025 war für mich einmal mehr genau so ein Jahr.
Kein gerader Weg. Ein innerer Weg.
Eher ein Kreisen, ein Stolpern, ein Tasten, ein Wiederfinden und Wiedererfinden.
Die Leere nach dem Zauber
Der Dezember 2024 hüllte mich – trotz aller widrigen äußerer und innerer Umstände – in eine Art imaginäre Geborgenheit. Und das, obwohl ich diese Zeit jedes Jahr mehr und mehr jenseits sämtlicher weihnachtlicher Rituale erlebe.
Auf geheimnisvolle, fast magische Weise breitete sich ein Gefühl von Romantik, Wunder, Abschluss und Neubeginn in mir aus.
Es macht mich zuweilen sogar traurig.
Eines jener ungelösten Phänomene, denen ich allmählich auf die Schliche komme.
Ist es diese kollektive Energie, der wir uns offenbar nur schwer entziehen können?
Was meinst du?
Und plötzlich ist es da, dieses neue Jahr – nüchtern, kalt, still.
Wie ein unbeschriebenes Blatt.
Wie eine unbemalte Leinwand.
Leere.
Leere, die Angst machen kann, weil sie keine Richtung vorgibt.
Und doch trägt sie alle Möglichkeiten in sich.
Der Neubeginn.
Ich tanzte – wie so oft – den Januar-Blues.
Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, der den Januar jedes Jahr so herausfordernd macht.
Der Zauber ist vorbei – und das Leben fragt leise:
Und jetzt?
Auch hier übt die kollektive Energie unbewusst ihren Einfluss auf mich aus.
Ich bin ja nicht die Einzige, die so empfindet.
Erkennst du dich wieder?
Alles ist Energie
Unversehens begann die Zeit zu rasen.
Kaum war der Januar verdaut, war der Februar auch schon wieder Geschichte.
Wo anfangs Leere geherrscht hatte, tobte nun eine Flut aus Gedanken.
Und doch fehlten diesem inneren und äußerem Irrsinn die Worte, um ihn zu sortieren – verrückt, oder?
Weltgeschehen.
Kollektive Unruhe.
Informationen – öffentlich wie privat.
Sprachlosigkeit.
Ich spürte, wie mich die äußeren wie auch die inneren Ereignisse überforderten.
Denn was im Außen geschieht, hinterlässt Spuren im Innern.
Und manchmal ist es sogar andersherum.
Wie so oft führte mich dieser Zustand zu einer unbequemen, aber ehrlichen Frage:
Was ist mein Beitrag dazu?
Unser Ego beeinflusst unsere Sicht auf die Welt.
Dabei spielen sowohl kollektive Dynamiken als auch unsere ganz persönliche Entwicklung eine Rolle.
Das, was wir sind, wie wir handeln, denken, reden und wahrnehmen, wird durch unsere Erfahrungen geformt.
Und im Laufe eines Lebens sammelt sich dabei so einiges an, was nicht unbedingt „Licht und Liebe“ ist.
Unsere Erfahrungen formen eine Brille, durch die wir das Leben betrachten.
Doch soll sie uns ein Leben lang begleiten?
Jeder noch so kleine Schritt hin zu mehr innerem Frieden hat eine Auswirkung auf das große Ganze – auf das Kollektiv.
Wir sind Energiewesen.
Es beginnt immer zuerst in dir.
In mir.
Nicht sofort im großen Ganzen.
Sondern im Einzelnen.
Mir wurde erneut bewusst:
Wie innen, so außen.
Wie oben, so unten.
Alles ist verbunden.
Veränderung beginnt in diesem stillen Raum in uns, den wir uns selbst schenken können – immer dann, wenn wir uns erlauben, in uns zu ruhen.
Aufbruch – innerer Weg
Der Frühling stellte mir die alte Frage erneut:
Wer bin ich?
Und gleich danach – herausfordernd:
Was hindert mich eigentlich daran, mein Leben wirklich zu leben?
Grund genug, einmal mehr in meine Kindheit einzutauchen.
Hier wurden die Startbedingungen gelegt.
Mehr fordernd als fördernd.
Wenig Freiraum für Talente.
Schutz und Verstehen standen im Vordergrund.
Es geht nicht darum, Schuld zu verteilen.
Es geht darum, Zusammenhänge zu verstehen.
Wir alle kommen aus langen Ahnenketten.
Jede und jeder geprägt von eigenen Begrenzungen, Dynamiken und Lebensumständen.
Und doch:
Irgendwo auf diesem langen Weg durch die Geschichte lag immer auch eine Wahl.
Vielleicht ist es heute unsere Aufgabe,
nicht die Spirale fortzusetzen – sondern sie an einer Stelle sanft zu unterbrechen.
Viele Wanderungen am Strand und durch die stille Landschaft meiner neuen Heimat führten mich zu einer klaren Erkenntnis:
Genuss ist nur im Jetzt möglich.
Alles andere ist Erinnerung oder Vorstellung.
Mein Fokus richtete sich erneut auf Energie – in mir und um mich herum.
„Ich bin es, die sich ihr Leben verhagelt“, klang es kämpferisch in mir.
Mein Beurteilen einer Situation entscheidet darüber, was ich fühle.
Die Situation an sich ist neutral.
Ein Himmel voller Wolken verbirgt lediglich das warme, immerwährende Licht der Sonne – Ausdruck von
Geborgenheit & Liebe.
Die Sonne ist immer da. So wie Licht und Liebe in uns immer vorhanden sind.
Wir verlieren sie nur zeitweise aus den Augen – verhüllt von Vergangenem und Erwartungen.
Vielleicht liegt hier eine leise Weisheit:
Nicht nur den Wolken Aufmerksamkeit schenken,
„Es ist, wie es ist“, sagt die Liebe.
Annehmen – Heilen – Vergeben – Loslassen – innerer Frieden
Wichtig!
Vergebung, um unser selbst willen – nicht immer leichte Kost – ich weiß, wovon ich schreibe – aber auch hier liegt eine Art Zauber verborgen.
Ich vergebe mir zunächst selbst, dass ich …
Du und ich – wir müssen nicht perfekt sein.
Ich bin sicher, wir haben in jedem Moment unser Bestes gegeben.
Wir leben unser Leben – unter unserer eigenen Wolkendecke – sind umhüllt von kollektiver und individueller Energie – all das beeinflusst unser Wirken im Hier & Jetzt.
Das kann zuweilen durchaus auch zu Enttäuschungen führen.
Die Welt, die wir wahrnehmen, ist für jeden von uns anders. Verrückt, oder?
Die gute Nachricht:
Es ist immer Zeit, den ersten Schritt zu tun, aus diesem Schleier hervorzutreten, oder besser noch: die Wolken nach und nach am Himmel wegzupusten – sanft – liebevoll.
Menschsein, Angst und Mitgefühl
Umgeben von artenreicher Flora und Fauna stellte sich mir eine weitere Frage:
Was treibt uns Menschen an?
Warum zerstören wir – uns selbst und unsere Welt?
Ging es damals einzig um das nackte Überleben unserer Ahnen, stehen heute wohl eher
Macht & Gier im Vordergrund.
Allein ein Vergleich mit der Tierwelt lässt mich fürchten: Menschliche Intelligenz ohne Weisheit führt uns nicht weiter.
Im Gegenteil:
Wir zerstören einen Kreislauf, der sich nach Jahrtausenden der Evolution zum besten entwickelt hatte.
Soviel zum Thema:
Der Mensch, die Krone der Schöpfung.
Die Natur braucht uns nicht, aber wir die Natur
– eine einleuchtende Erkenntnis – doch für jedermann/-frau?
Eins dürfte gewiss sein:
Die Natur wird sich irgendwann wieder erholen.
Sie hat schon manches überlebt.
Aber der Mensch?
Evolution bedeutet Anpassung.
Vielleicht beginnt sie mit Wertschätzung.
Für das Leben.
Für uns selbst.
Es ist dein innerer Weg.
Auch hier zählt das Jetzt, der Moment, der ungetrübte Blick …
Dann kam ein belastender Einschnitt in mein Leben – ein Magen-Darm-Infekt – Ohnmacht –
Und mit ihm die Rückkehr meiner Angststörung
– intensiver, als ich gehofft hatte.
Mein innerer Himmel zog sich rasant zu.
Mein Körper reagierte, als gäbe es eine reale Gefahr.
– Leider zuweilen bis heute –
Dabei waren da nur ich und der Moment.
Kein Löwenzahntiger – keine äußere Gefahr
Geteiltes Leid ist halbes Leid:
Ich weiß, ich bin damit nicht allein.
Ich öffnete meinen Notfallkoffer. In ihm sind verschiedene Tools enthalten, um meiner Machtlosigkeit zu begegnen.
Teilen verbindet – ohne Scham, ohne Maske –, weil Ehrlichkeit verbindet – man fühlt sich weniger allein
Wusstest Du, dass … ?
Seine vermeintliche Schwäche zu zeigen, erfordert Stärke und ist auch schon ein Teil der Heilung:
Annehmen, was ist. Nicht verstecken oder bekämpfen.
Den Fokus ins Hier & Jetzt lenken – ein wesentlicher Punkt.
Angst macht demütig.
Sie zeigt, wie fein die Grenze zwischen Kontrolle und Loslassen ist.
Vertrauen wird zur Schlüsselqualität.
Was tun, wenn es schon in der Kindheit fast zerstört wurde?
Kann Vertrauen heilen?
Segnen – eine sanfte Praxis
In dieser Zeit rückte ein vertrautes Thema erneut in mein Zentrum:
Das Segnen – nicht als religiöses Dogma.
Sondern als bewusste Ausrichtung.
Segnen heißt, Gutes wünschen aus freiem Herzen heraus, und es steckt ein Stück weit Annahme und Loslassen darin.
Ich segne die Situation, wie sie ist (Annahme), und vertraue, dass das Beste (für mich) geschieht, ohne wollen oder wünschen (Loslassen).
Aus einer Inspiration wurde ein Ritual.
Aus einem stillen Wunsch eine gelebte Praxis – gemeinsam mit anderen.
Ich begann, meinen Weg zu segnen.
Meine Nahrung.
Meine Begegnungen.
Meine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Doch diesmal nicht allein.
Nicht, um etwas schönzureden.
Sondern um Frieden einzuladen.
Und leise flüsterte es erneut in mir:
„Es ist, wie es ist.“
Auch wenn Zweifel mich hier und da begleiten – Energie folgt der Aufmerksamkeit – ein allumfassendes Gesetz.
Nicht kämpfen – annehmen – heilen – loslassen – segnen
Tiefe statt Hektik
Der Herbst stand im Zeichen eines Inspirations-Online-Kongresses.
Durch die vorangegangene Challenge des Segnens entwickelte sich eine neue Community – sinnbildlich steht sie für mich als die Gemeinschaft, die Teil meiner Vision war – damals, als ich für mich allein Segen für die Welt auf Reisen schickte.
Ich muss gestehen, dass sich das wunderbar anfühlt, zu wissen, dass immer mehr Menschen sich erinnern wollen, wer sie sind, und zueinanderfinden.
Gemeinsam segnen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Im Kleinen – und damit auch im Großen.
So entsteht ein Feld.
Ein stilles Netz aus Licht, Vertrauen und Verbundenheit.
Wieder ein Jahr der stillen Einkehr
2025 hat mich entschleunigt.
Hat mich fallen lassen.
Hat mich alten Themen in neuem Licht begegnen lassen.
Ich bin nicht „fertig“.
Ich falle noch.
Ich zweifle noch.
Aber ich stehe immer wieder auf.
Und vielleicht ist genau das Leben.
Der Weg entsteht im Gehen.
Und manchmal reicht es,
den nächsten Schritt zu segnen.
Still.
Bewusst.
Im Vertrauen.
Alles ist mit allem verbunden.
Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Ich habe die Wahl.
Schlussgedanken – Licht, Wahl und Würde
What? Never ever! Ich?
Alles dreht sich letztendlich um Energie – um Licht – um Liebe.
Ist es nicht bezeichnend, dass wir gerade zum Abschluss des Jahres, in der dunkelsten Jahreszeit, das Licht feiern? Ein Sinnbild für das Licht der Liebe, das uns innewohnt,
oft nur hinter einem Schleier verborgen.
Die Adventszeit lädt uns ein, dieses Licht in uns nach und nach zu entfachen. Denn mit dem Weihnachtsfest feiern wir das Fest der Liebe.
Es war schon immer ein Fest des wiederkehrenden Lichts – wenn auch zeitlich etwas verschoben (Wintersonnenwendfeier). Das hat weniger mit dem Ursprung als vielmehr
mit religiösen Dogmen zu tun.
Im Grunde geht es darum, unsere Herzen für das Hier & Jetzt zu öffnen,
den grauen Schleier aus längst Vergangenem zu lichten und mit den Augen der bedingungslosen Liebe in die Welt zu schauen.
Wir sind aufgefordert, unser Inneres zu erhellen – und gleichzeitig die Welt um uns herum.
So verstehe ich das Weihnachtsfest im 21. Jahrhundert: bildlich gesprochen, den Christus in uns zu erwecken.
Alles ist mit allem verbunden.
Wie oben, so unten.
Wie innen, so außen.
Energie folgt der Aufmerksamkeit.
Zentrale Sätze, die wir nicht vergessen sollten. Deshalb stimmt auch der Satz:
Ich habe die Wahl.
Das heißt nicht, dass es einfach ist. Es ist ein Weg – mit Stolpersteinen.
Mein Stolperstein, die Angststörung, führte mich erneut in eine begleitende Gesprächstherapie.
„Der Weg ist keine gerade Linie, sondern eine Spirale. Du kommst immer wieder auf Dinge zurück, von denen du dachtest, du hättest sie verstanden, und erhältst tiefere Wahrheiten.“
Barry H. Gillespie
Diesmal richtet sich der Fokus hauptsächlich auf vorhandene Ressourcen
– auf das Licht in mir.
Klar spielt die Vergangenheit eine große Rolle in meinem Leben. Sie hat mich geprägt. Sie hat mich geformt.
Wie einen jeden von uns.
Aber haben wir nicht auch neue Erfahrungen machen dürfen?
Während ich diesen Rückblick zusammenstelle, fällt mir eines auf: Das Jahr 2025 hat mich von Anfang an sanft auf diese Reise ins Hier & Jetzt geschickt
– auf das Besinnen dessen, was ist.
Nicht auf das Suchen im Außen, nicht auf das Trauern um unerfüllte Wünsche aus längst vergangenen Zeiten,
sondern auf das Entdecken dessen, was in mir ist.
Meine Therapeutin lud mich ein, ein symbolisches Bild zu zeichnen.
Es ging darum, einen Kuchen zu backen – aus all den besonderen Eigenschaften, die ich in meinem Leben trotz oder gerade wegen meiner persönlichen Geschichte erworben habe.
Als Grundlage bekam ich statt eines Backblechs nur ein Kuchengitter.
Was passierte?
Mein schöner Kuchenteig fiel hindurch.
Nur wenige Reste blieben hängen. Das erhoffte Lob, die Anerkennung von außen – das Topping sozusagen – hatte keine Grundlage, auf der es haften konnte,
selbst wenn ich es hier und da erhielt.
Es fällt jedes Mal einfach durch – wie gekommen, so zerronnen.
Die Grundlage kann nur ich selbst ersetzen.
Ja, ich bekam in meiner Kindheit nur ein Kuchengitter – u.a. wenig bis keine Anerkennung.
Doch heute bin ich aufgefordert, dieses Gitter durch ein Backblech zu ersetzen.
Ich darf den ewigen Kreislauf durchbrechen und eine stabile Grundlage erschaffen:
mir selbst Anerkennung, Lob und Liebe schenken – eine Basis aus meinen ganz persönlichen Ressourcen.
Im Idealfall haben wir dieses Backblech bereits in der Kindheit erhalten. Aber wenn nicht?
Zeit zur Reflexion.
Schnapp dir ein Blatt Papier und einen Stift. Schreibe die Überschrift:
Ich bin stolz auf mich.
Und dann beginne eine ganz persönliche Liste.
Sie wird bei jedem anders aussehen. Doch ich bin sicher:
Jede und jeder findet etwas – und sei es noch so klein –, worauf man stolz sein darf.
Ich bin stolz, weil ich mich auf den Weg gemacht habe.
Ich bin stolz, weil ich heute diese Zeilen schreiben kann.
Ich bin stolz, weil …
Und dann fühle in dich hinein:
Wie fühlt es sich an, auf sich selbst stolz zu sein – unabhängig davon, wie es im Außen ankommt?
Du lüftest den Schleier vor deinen Augen.
Du pustest ein paar Wolken weg.
Ich kann mir heute in die Augen schauen und
stolz auf mich sein, weil ich bin.
Weil ich Krisen überlebt habe.
Allein das ist Grund genug.
Glaube mir.
Und das Schöne ist:
Du erhöhst dadurch deine Energie – und ziehst entsprechende Energie an.
Alles ist mit allem verbunden.
Gleiches zieht Gleiches an.
Die süße Sahne, die bunten Smarties, das Topping von außen sind eine köstliche Beigabe für
deinen ganz persönlichen Kuchen
und schenken ihm zusätzlichen Glanz.
Doch die Grundlage kommt von innen – aus dir heraus.
♥️ Ich bin – du bist – wertvoll. ♥️
Namaste
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