Der blinde Fleck – Selbstverantwortung, Akzeptanz und innere Heilung

Der blinde Fleck
Strand Insel Rügen zum Teil vereist

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“ Immanuel Kant

Hurra, das neue Jahr ist da! – ?🙃? –
Okay, lassen wir das.
„The same procedure as every year.“ – ?🙃? –
Das war mein Neujahres-Motto – allerdings mit einem entscheidenden Zusatz:
Bitte nicht wieder … the same procedure as every year.“

Geht es dir ähnlich?

Ich wünsche mir u. a. mehr Leichtigkeit, Freude – ja, auch Genuss – zurück in mein Leben.
Irgendwie ist mein Leben in den letzten Jahren immer komplizierter geworden.
Da hilft bekanntlich auch kein Umzug.

Leider – man kann seinen Lebensthemen nicht wirklich davonlaufen.
Das ist mir klar – ich hoffe, dir auch?

Aber man kann es sich immerhin ein wenig „schöner“ machen, selbst wenn die eigene Welt gerade wackelt.
Mal ganz abgesehen vom allgemeinen Weltgeschehen.
🙃

Aktuell herrschen eisige Temperaturen an der See.
Es lädt nicht oft dazu ein, die wunderschöne winterliche Landschaft der Insel zu genießen.
Dann und wann fegt sogar heftiger Sturm über uns hinweg.
Die Sonne arbeitet zur Zeit offenbar nur in Teilzeit.
Wolken, Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit kreieren mit unter das Inselwetter.

Eingemummelt in dicke, warme Klamotten zieht es mich einsweilen nur bei Sonnenschein nach draußen.
Und das ist nicht die ganze Wahrheit:
The January Blues are back.

Selbstverantwortung

Heute möchte ich einen Vergleich ziehen, der mir bei einem Spaziergang in der Kälte in den Sinn gekommen ist.

Ist es nicht ein wenig so, wie sich die Menschheit entwickelt hat?
Untereinander eisig, frostig, stürmisch.
Oder Menschen, verhüllt im Nebel ihrer Geschichten, wolkenverhangen in tristen Gedanken.

– Stopp –

Ich meine damit nicht pauschal die gesamte Menschheit (zumindest nicht zu jeder Zeit 😉).
Wer bin ich, um das beurteilen zu können?

Ich glaube, du verstehst, was ich ausdrücken möchte.
– Habe ich recht? –

Und ich wäre nicht ich, würde ich nicht bei mir beginnen.

Es beginnt immer mit uns selbst.
– Immer und ausnahmslos! –

Das wiederhole ich so oft, bis es wirklich jeder verstanden hat.
Jeder Einzelne – ja, auch du, falls du gerade nur milde lächelst. 😎

Denn allein das zu erkennen – ja, gar vollumfänglich zu begreifen – ist eine unermesslich bereichernde Erkenntnis.

Es bedeutet, Verantwortung für das eigene Handeln, Denken und Fühlen zu übernehmen – egal, ob getriggert oder nicht.
Denn wir sind auch für unsere Trigger-Themen verantwortlich.

Das klingt hart.
Und auch ich muss tief Luft holen, während meine Finger diese Zeilen schreiben.
Aber ja – ich habe stets die Wahl, wie ich eine Situation, einen Gedanken oder ein Gefühl bewerte.

Ich weiß: Das ist verdammt schwierig.
Denn wir reagieren oft unbewusst und spontan.

Viele alte Verletzungen der Seele sitzen so tief in uns, dass Schmerz, Trauer oder Wut überwältigend sein können, sobald sie im Hier & Jetzt – völlig losgelöst von der ursprünglichen Situation – getriggert werden.

Also noch einmal:
Es beginnt immer mit uns selbst.
– Immer und ausnahmslos! –

Es ist und bleibt die zentrale Erkenntnis:
Ich habe stets die Wahl, wie ich eine Situation, einen Gedanken oder ein Gefühl bewerte.

Akzeptanz

Und noch etwas ist wichtig zu begreifen:

Ich darf lernen, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.
Entweder ich kann damit leben – oder eben nicht.
Aber ich bin nicht der oder die Beauftragte, um das Leben eines anderen neu zu justieren.

Eine große Portion Selbstliebe kann
dabei schon durchaus hilfreich sein.

Auf meiner Seite
👉 https://www.impulse-zur-selbstliebe.de/
habe ich mich diesem Thema theoretisch genähert.

Gelebte Selbstliebe kann sich unter anderem auch positiv auf mein Gegenüber auswirken.
Sicher darf ich wohlgemeinte Tipps geben
– quasi als subtilen Wegweiser.
Aber das war es dann auch schon.

Wie mein Gegenüber damit umgeht, was er daraus macht, liegt in seiner eigenen Verantwortung.

Das ist wahrlich eine schwere Aufgabe.
– Ich weiß! –
Und doch erwarten wir uns dasselbe doch auch von anderen.
Oder nicht? –

Ja, ich weiß:

Gern wollen wir alles im Griff haben und sind überzeugt, dass unser Handeln, Denken und Fühlen optimal sind.
Schließlich haben wir alles tausendmal im Kopf hin und her gewälzt, Gefühle sortiert, reflektiert und so weiter und so fort.

Daraus handeln wir – ehrlichen Herzens – im guten Glauben, nun das einzig Richtige zu tun.

Der blinde Fleck

Gäbe es da nicht diesen „blinden Fleck“ in uns.

Hast du davon schon einmal gehört?

Ich meine nicht den körperlichen blinden Fleck – jene natürliche Stelle auf der Netzhaut, an der der Sehnerv das Auge verlässt und keine lichtempfindlichen Sehzellen vorhanden sind.
Keine Sorge: Im Alltag merken wir davon meist nichts, da das Gehirn die fehlenden Informationen ausgleicht.

Soweit so klar.

Ich meine den seelischen blinden Fleck.

Ein Begriff aus der Psychologie, der metaphorisch verwendet wird, wenn ein Mensch nicht in der Lage ist, Teile seiner eigenen Persönlichkeit wahrzunehmen oder zu erkennen – oft durch Verdrängung oder mangelnde Selbstreflexion.

Ich bin so frei und ergänze die Ausführungen von Google & Co:
Selbst bei ständiger tiefer Selbstreflexion sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil man letztlich immer im eigenen Süppchen schwimmt.🧐

„Präsenz: Der Moment, in dem Körper und Wahrheit
am selben Ort sind.“ Seelenstoff by Anja

Um blinde Flecken zu erkennen, ist es hilfreich, einen neutralen Gesprächspartner zu haben.
Jemanden, der unbelastet zuhört, aufmerksam beobachtet und nicht wertet.

Hier ist oft geschulte Fachkompetenz hilfreich.
Manchmal aber auch einfach ein aufmerksamer Dritter
– ein Freund oder eine Freundin –
der oder die die Situation unparteiisch betrachten kann.

In meiner jahrelangen Therapie bin ich immer wieder meinen blinden Flecken begegnet.
Und auch aktuell durfte ich einmal mehr lernen,
in einer sich zuspitzenden Situation noch genauer hinzuschauen, was da gerade passiert.

Sich dem blinden Fleck zu stellen bedeutet nicht, die alleinige Verantwortung für eine Situation zu übernehmen.
Es geht darum, den eigenen Anteil klarer wahrzunehmen, unbewusstes Handeln zu erkennen
– und, das ist das Beste daran –,
 die inneren verletzten Anteile zu entdecken,
die sich angesprochen fühlten.

Denn tatsächlich agieren wir häufiger aus diesen verletzten Anteilen heraus, als uns bewusst ist.

Energie & Beziehung

Und hier noch einmal der Hinweis:

Wir sind Energiewesen.
Wir leben in einer Art Symbiose miteinander.
Wir sind Sender und Empfänger von Energien.

So senden wir – meist unbewusst – Signale aus, die uns oder unser Gegenüber triggern können.
Oder eine Situation löst etwas in mir aus, das dem aktuellen Moment gar nicht entspricht.

Schnell entstehen daraus Konstellationen, die niemand wollte.

Im besten Fall kann ein entstandener Konflikt nach einer Phase des Abstands geklärt werden.
Sehr hilfreich ist ein gemeinsamer Blick auf das Geschehen
– ein Nacharbeiten der Situation.

Ein blinder Fleck muss nicht blind bleiben.
Sobald die Bereitschaft da ist, innerlich zu wachsen und zu heilen, kann er u.a. zu einem
wertvollen Geschenk in einer Beziehung werden.

Zwei Optionen

Sobald mehrere Menschen an einem Geschehen beteiligt sind, gibt es zwei Möglichkeiten:

Eine Person arbeitet das Erlebte allein für sich auf.
Okay … ? 🤔?

Erfolgversprechender ist es jedoch, wenn alle Beteiligten – gemeinsam und zugleich jeder für sich – hinschauen:

  • Was war mein Anteil an der eskalierten Situation?
  • Welcher verletzte innere Anteil in mir hat sich gezeigt?
  • Was braucht er, um zu heilen?

Wir können nur gewinnen.
Und ist das nicht unser aller Ziel?

„Manchmal muss man sich durch die Augen des Anderen erblicken, um sich selbst zu erkennen.“
WUNDER*SAME

So können wir den Frühling in einem besseren Umgang mit uns selbst und miteinander einläuten. Neue Samen voller Harmonie, Liebe und Achtsamkeit dürfen sich entfalten.
– Klingt nach einer friedlicheren Welt.

Machst du mit?

Ich habe kürzlich etwas sehr Berührendes gelesen, das – wie ich finde – wunderbar zum Thema blinder Fleck passt:

„Es gab eine Zeit, da war ich nicht mehr ich selbst.
Und vielleicht habe ich damit Menschen verletzt, die heute glauben, ich sei ein Monster
– was mir unendlich leid tut.
Doch ehrlich gesagt, habe ich mich am meisten vor mir selbst erschrocken.
Nicht vor dem, was andere in mir sahen –
sondern vor einer Version von mir, die ich selbst nicht kannte.“
Facebook: Seelenschwärmer

Wenn jeder von uns bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, hinzuschauen und den eigenen Anteil zu erkennen
– ohne sich in Vorwürfen zu verlieren –
dann könnten wir die Welt tatsächlich ein Stückchen schöner machen.

Oder wie es so schön heißt:

„Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast.“
Indianische Weisheit

Lass uns dem blinden Fleck den Garaus machen.
Nutzen wir solche Angebote, die sich uns anbieten, um genauer hinzuschauen – um selbst zu heilen.

Denn jeder Konflikt schenkt uns eine große Chance zur Heilung.
Das heißt nicht, dass wir uns fortan nur noch streiten sollen. 🧐

Manchmal darf man auch lernen, etwas geschehen zu lassen –
mit einem tiefen inneren OM 😉
im Wissen: Wir alle sind letztlich einfach nur Menschen. 😎

Es geht nicht um Schuldzuweisungen.
Es geht darum, unbewusstes Handeln ins Bewusstsein zu holen – und so in Heilung zu bringen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass die Frühlingssonne bald unsere Herzen erwärmt
und wir wieder lernen, das Miteinander in vollen Zügen zu genießen.

Bis bald. 💁🏼‍♀️



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